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Schöne Literatur

Fever

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Samstag, 07 Dezember 2019

Von Deon Meyer

»Ich will vom Fieber erzählen, von unserer Stadt Amanzi – und von dem Mord an meinem Vater Willem.«

Nicolaas Storm fährt mit seinem Vater Willem durch ein vollkommen verändertes Südafrika. Nach einem Fieber, das weltweit fünfundneunzig Prozent der Menschen getötet hat, versuchen die beiden, einen sicheren Platz zum Leben zu finden. Das Land ist in einem Zustand der Gesetzlosigkeit. Gangs ziehen schwerbewaffnet umher, wilde Tiere bedrohen die Menschen. Schließlich aber finden Vater und Sohn einen Platz für eine Siedlung. Andere Menschen stoßen zu ihnen – Abenteurer, elternlose Kinder, ehemalige Soldaten. Sie alle müssen die Gesetze des Überlebens neu lernen. Bis die Katastrophe passiert – und sein Vater ermordet wird.

 

Übersetzer/in Stefanie Schäfer
Gebunden mit Schutzumschlag, 702 Seiten
Rütten & Loening
978-3-352-00902-0

Leseempfehlung von Renate Roters, Büchereiteam:

Weltweit ist ein Fieber ausgebrochen und hat fast die ganze Menschheit ausgelöscht. Ein Virus hat mutiert – nur wenige sind immun dagegen und haben überlebt. Der Strom ist weg, es gibt kaum noch Benzin. Ort der Handlung: Südafrika. Der 13jährige Nico ist mit seinem Vater im Truck unterwegs auf der Suche nach anderen Überlebenden. Die Menschen müssen sich die Zivilisation neu erobern, bzw. neu erlernen.

 Auf dem Klappentext steht: ‚Ein spannendes Epos mit einem wunderbaren Helden‘ – dem kann ich mich nur anschließen. Das Buch ist nicht nur ein Thriller. Es ist die Geschichte eines Katastrophen-Szenarios, so fesselnd und unterhaltsam, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte.

 Sehr lesenswert!

 

 

Liebes Kind

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Montag, 07 Oktober 2019

Von Romy Hausmann

Dieser Thriller beginnt, wo andere enden

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen »Zirkulationsapparat«. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und nun geht der Albtraum erst richtig los. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich zurückholen will, was ihm gehört.

dtv premium, 432 Seiten,

ISBN 978-3-423-26229-3

Leseempfehlung von Kristin Draeger, Büchereiteam:

Im Buchdeckel heißt es: „Er macht den Tag und die Nacht. Am ersten Tag verliere ich mein Zeitgefühl, meine Würde und einen Backenzahn. Dafür habe ich jetzt zwei Kinder und eine Katze. Einen Mann habe ich auch. Er ist groß, hat kurzes, dunkles Haar und graue Augen. Unsere Fenster hat er mit Dämmplatten verschraubt. Er macht den Tag. Und die Nacht. Wie Gott.

 

Viele Leser mögen jetzt denken: „Das habe ich doch alles schon mal gelesen“ – nicht zuletzt im Roman „So dunkel der Wald“ von Michaela Kastel. Doch das ist das Schöne an diesem Thriller! Romy Hausmann versteht es, diese Erwartung völlig umzukehren, stattdessen den Leser auf falsche Fährten zu führen, deren Auflösung immer wieder für Verblüffung sorgen. Besonders ist auch, dass das Buch dort beginnt, wo andere enden, nämlich mit der Flucht des Entführungsopfers Lena und der Kinder aus einer Hütte im Wald. Romy Hausmann gelingt es dabei, die Erzählperspektiven auf schockierende und zugleich emotionale Weise zu wechseln. Zum einen die verängstigte und labile Lena, zum anderen die kindliche Sicht der in ihrer Entwicklung zurückgebliebenen Hannah, die die Welt aus einer so eigenen Sichtweise beschreibt und nicht zuletzt dem Vater Matthias, dem man nach den langen Jahren der Ungewissheit jeden Fehltritt verzeihen möchte. Während Lenas Leben während ihrer Entführung zwanghaft geregelt war (Mahlzeiten, Toilettengänge und Lernzeiten waren minutengenau vorgegeben) versucht sie sich nun wieder schrittweise in der Freiheit zurecht zu finden. Doch der Albtraum scheint mit der Flucht noch nicht zu Ende…


 

 

Die Wand

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Sonntag, 29 September 2019

Von Marlen Haushofer

Eine Frau will mit ihrer Kusine und deren Mann ein paar Tage in einem Jagdhaus in den Bergen verbringen. Nach der Ankunft unternimmt das Paar noch einen Gang ins nächste Dorf und kehrt nicht mehr zurück. Am nächsten Morgen stößt die Frau auf eine unüberwindbare Wand, hinter der Totenstarre herrscht. Abgeschlossen von der übrigen Welt, richtet sie sich inmitten ihres engumgrenzten Stücks Natur und umgeben von einigen zugelaufenen Tieren aufs Überleben ein.

Claasen Verlag

275 Seiten

 

 

Leseempfehlung einer Büchereimitarbeiterin:

Dies ist ein Buch das ich seit vielen Jahren immer wieder gerne lese.

Was die Frau innerhalb ihrer Wand erlebt und mit welchen Unwegsamkeiten sie sich abplagen muss. Es ist eine Geschichte, die unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt. Spannend, traurig, verstörend und irgendwie nicht greifbar, weil viele Fragen unbeantwortet bleiben.

 

Ein geschenkter Anfang

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Mittwoch, 01 Mai 2019

Von Lorraine Fouchet

»Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr«, hat Lou oft gewitzelt. Lou, die auf der kleinen bretonischen Insel ein echter Paradiesvogel war und von allen geliebt wurde. Lou mit ihren Spleens – Champagner, bitte, aber nur von Mercier! – und Macken – sie kochte miserabel, aber mit Liebe –, einem Lachen, das lauter war als das Kreischen der Möwen, und einem Herzen so weit wie das Meer. Nun ist Lou tot – und die Familie droht auseinanderzubrechen. Im Testament bittet sie ihren Mann Jo, ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er soll das zerrüttete Verhältnis zu ihren erwachsenen Kindern Cyrian und Sarah wieder kitten und beide glücklich machen. Erst dann darf er Lous letzten Brief lesen – der versiegelt, natürlich in einer Champagnerflasche, auf ihn wartet. Eine Flaschenpost, die das Leben einer ganzen Familie verändert.

ISBN: 978-3-455-60056-8
Verlag:Atlantik
368 Seiten
 

Leseemfehlung einer Büchereimitarbeiterin:

Sehr gute Sommerlektüre mit überraschendem Tiefsinn. Am Anfang ist man irritiert über das Testament, das Lou ihren Lieben hinterlässt. Die Geschichte ist sehr liebevoll aufgebaut und der Schreibstil ist sehr ansprechend. Wie sich dann alles entfaltet, ist höchst amüsant, bewegend, traurig, aber auch schön. Weder banal noch kitschig.

Die kommenden Jahre

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Montag, 23 Juli 2018

Von Norbert Gstrein

Richard erforscht Gletscher, Natascha erforscht Menschen. Als Autorin schreibt sie nicht nur über sie, sondern gibt sich ihnen hin. Eines Tages öffnet sie ihr Haus einer vor dem Krieg geflohenen Familie aus Damaskus. Und Richard? Er desertiert immer weiter aus der eigenen Existenz, träumt von Kanada und zweifelt an jedem Alltag, an der Politik, der Liebe und dem Leben. Dieses Portrait eines Sommers voller Aufbrüche erzählt von einem Paar im „mittleren Alter“, vom Flug der Zeit, vom Anderswerden und vom Älterwerden. Doch nach diesem Buch weiß man: Es geht nicht nur um die kommenden Jahre, es geht um jeden Augenblick des Lebens.

HANSER Verlag

288 Seiten

ISBN : 978-3-446-25814-3

Leseempfehlung einer Büchereimitarbeiterin:

Dieses Buch hat mir gut gefallen, weil es einen interessanten Blick auf ein Ehepaar, ihre gut gemeinte Hilfe für eine syrische Familie und den Zwiespalt in den der Ich-Erzähler dadurch gerät, wirft.

 

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