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Schöne Literatur

Ein geschenkter Anfang

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Mittwoch, 01 Mai 2019

Von Lorraine Fouchet

»Wer auf meiner Beerdigung weint, mit dem rede ich kein Wort mehr«, hat Lou oft gewitzelt. Lou, die auf der kleinen bretonischen Insel ein echter Paradiesvogel war und von allen geliebt wurde. Lou mit ihren Spleens – Champagner, bitte, aber nur von Mercier! – und Macken – sie kochte miserabel, aber mit Liebe –, einem Lachen, das lauter war als das Kreischen der Möwen, und einem Herzen so weit wie das Meer. Nun ist Lou tot – und die Familie droht auseinanderzubrechen. Im Testament bittet sie ihren Mann Jo, ihr einen letzten Wunsch zu erfüllen: Er soll das zerrüttete Verhältnis zu ihren erwachsenen Kindern Cyrian und Sarah wieder kitten und beide glücklich machen. Erst dann darf er Lous letzten Brief lesen – der versiegelt, natürlich in einer Champagnerflasche, auf ihn wartet. Eine Flaschenpost, die das Leben einer ganzen Familie verändert.

ISBN: 978-3-455-60056-8
Verlag:Atlantik
368 Seiten
 

Leseemfehlung einer Büchereimitarbeiterin:

Sehr gute Sommerlektüre mit überraschendem Tiefsinn. Am Anfang ist man irritiert über das Testament, das Lou ihren Lieben hinterlässt. Die Geschichte ist sehr liebevoll aufgebaut und der Schreibstil ist sehr ansprechend. Wie sich dann alles entfaltet, ist höchst amüsant, bewegend, traurig, aber auch schön. Weder banal noch kitschig.

Die kommenden Jahre

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Montag, 23 Juli 2018

Von Norbert Gstrein

Richard erforscht Gletscher, Natascha erforscht Menschen. Als Autorin schreibt sie nicht nur über sie, sondern gibt sich ihnen hin. Eines Tages öffnet sie ihr Haus einer vor dem Krieg geflohenen Familie aus Damaskus. Und Richard? Er desertiert immer weiter aus der eigenen Existenz, träumt von Kanada und zweifelt an jedem Alltag, an der Politik, der Liebe und dem Leben. Dieses Portrait eines Sommers voller Aufbrüche erzählt von einem Paar im „mittleren Alter“, vom Flug der Zeit, vom Anderswerden und vom Älterwerden. Doch nach diesem Buch weiß man: Es geht nicht nur um die kommenden Jahre, es geht um jeden Augenblick des Lebens.

HANSER Verlag

288 Seiten

ISBN : 978-3-446-25814-3

Leseempfehlung einer Büchereimitarbeiterin:

Dieses Buch hat mir gut gefallen, weil es einen interessanten Blick auf ein Ehepaar, ihre gut gemeinte Hilfe für eine syrische Familie und den Zwiespalt in den der Ich-Erzähler dadurch gerät, wirft.

 

Die Eismacher

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Sonntag, 22 Juli 2018

Von Ernest van der Kwast

Wenn Liebe auf der Zunge zergeht.

Im Norden Italiens, inmitten der malerischen Dolomiten, liegt das Tal der Eismacher, in dem sich die Einwohner auf die Herstellung von Speiseeis spezialisiert haben. Giuseppe Talamini behauptet gar, die Eiscreme wurde hier erfunden. Und er muss es wissen, schließlich haben sich die Talaminis seit fünf Generationen dieser Handwerkskunst verschrieben. Jedes Jahr im Frühling siedeln sie nach Rotterdam über, wo sie während der Sommermonate ein kleines Eiscafé betreiben. Hier gibt es alles, was das Herz begehrt: zartschmelzendes Grappasorbet, sanftgrünes Pistazieneis, zimtfarbene Schokolade. Dennoch beschließt der ältere Sohn Giovanni, mit der Familientradition zu brechen, um sein Leben der Literatur zu widmen. Denn er liebt das Lesen so sehr wie das Eis. Bis ihn eines Tages sein Bruder aufsucht: Luca, der das Eiscafé übernommen hat, ist inzwischen mit Sophia verheiratet, in die beide Brüder einst unsterblich verliebt waren. Und er hat eine ungewöhnliche Bitte …

btb Verlag

Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke

Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 384 Seiten

ISBN: 978-3-442-75680-3

Leseempfehlung von Susanne Bühler, Büchereiteam:

Erzählt wird die Geschichte der Familie Talamini aus dem Cadore-Tal in den Dolomiten über fünf Generationen. Man erfährt vieles über die italienische Eismachertradition, wunderbare Anekdoten und Geschichten.

Mich hat bei diesem Buch der Titel und das schöne Cover angezogen. Und doch ist das Buch mehr als ein Sommerroman über Eis. Ein Roman, der zwei völlig gegensätzliche Dinge verbindet: das Eismacherhandwerk, eine alte traditionsbehaftete Kunst, die innerhalb der Familie weitergegeben wird und die Welt der Poesie.

Abschaffel

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Freitag, 20 Juli 2018

Von Wilhelm Genazino

Ein exemplarischer Angestellten-Roman

Komisches Meisterwerk um einen kläglichen Helden und Angestellten und seinen Zwang, Mücken in Elefanten zu verwandeln.

Abschaffel, Flaneur und »Workaholic des Nichtstuns« streift durch eine Metropole der verwalteten Welt. Mit innerer Phantasietätigkeit kompensiert er die äußere Ereignisöde seines Angestellten-Daseins. Das Aufbegehren der 68er ist vorbei, geblieben ist nurmehr private Trauer: Abschaffel schlägt alle Zerstreuungsangebote der Freizeitindustrie aus. Ein ganzer Katalog häuslicher Empfindlichkeiten tritt an die Stelle des nicht stattfindenden Lebens, dessen Mikro-Abenteuer aus Angst vor Mißdeutung vor anderen Personen geheimgehalten werden müssen.

Im Verlauf der Trilogie unternimmt Abschaffel mehrere kläglich-komische Anläufe zum Ausbruch: Zum Beispiel versucht er sich selbst in der Rolle des Nutznießers von Ausbeutung: als Zuhälter nämlich. Zu guter Letzt jedoch zwingt ihn eine psychosomatische Krankheit zu einem mehrwöchigen Kuraufenthalt. Hier endlich eröffnet sich Abschaffel die Möglichkeit, das eigene innere Tricktheater zu reflektieren: In der letzten Szene des Romans sehen wir einen Abschaffel, der – immerhin – aus dem Fenster blickt.

dtv Literatur
 
576 Seiten
ISBN 978-3-423-13028-8 
 

Leseempfehlung einer Büchereimitarbeiterin:

Herr Abschaffel, der Held dieses Buches, ist eine tragisch-komische Figur, die im Laufe der Geschichte mein Mitgefühl geweckt hat und mir immer mehr ans Herz gewachsen ist.

Vorgestellte Autoren vom 22. Februar 2018

Veröffentlicht in Schöne Literatur, am Sonntag, 04 März 2018

Lektüre zum Abschalten, zur Zerstreuung und als Bettlektüre geeignet

 

Arthur Escroyne

Unter diesem Autorennamen des angeblich "36. Lord of Sutherly", für den es keinen auffindbaren biographischen Nachweis gibt, erscheinen die Kriminalromane, in denen "Arthur Escroyne" erzählt, wie er seiner Verlobten Detective Inspector Rosemary Daybell beim Lösen von Kriminalfällen hilft.

Die Vita des Autors wird vom Verlag wie folgt kommuniziert:
"Harold Philip Arthur Escroyne ist der 36. Earl of Sutherly. Nach seinem Kunststudium arbeitete er als Werbegrafiker für einen bekannten englischen Shortbread-Hersteller. Lord Escroyne ist für seine Nacktstängel-Schwertlilienzucht (Iris aphylla) über die Grenzen der Grafschaft hinaus bekannt. Der passionierte Gärtner gewann zahlreiche Preise. Er ist verlobt mit der Kriminalkommissarin Rosemary Daybell und lebt mangels Vermögen mit ihr auf dem baufälligen Familiensitz.

Der Killer im Lorbeer

Aufschrei in Ascott

Schüsse im Shortbread

Mit Schirm, Charme und Kanone

Die Kirschen in Nachbars Garten

 

Remy Eyssen

Remy Eyssen (Jahrgang 1955) geboren in Frankfurt am Main, studierte Kommunikationswissen-schaften an der Ludwig-Maximilians-Universität und besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Er verbrachte schon als Schüler viele Sommer mit Eltern und Geschwistern in der Provence. Auch später war er immer wieder in Südfrankreich, wohnte in Le Lavandou und in Bormes les Mimosas.
Nach dem Studium fuhr er mit dem Motorrad durch Zentral- und Südamerika. Es folgten Aufenthalte in New York, Los Angeles und Paris.


Remy Eyssen arbeitete als Redakteur bei der Münchner Abendzeitung, später als freier Autor für Tageszeitungen und Magazine. Schwerpunkte seiner Arbeit waren immer wieder Reportagen über große Kriminalfälle.


In den der 90er Jahre entstanden erste Drehbücher für eine Serie des Hessischen Rundfunks. Bis heute folgten mehr als 100 weitere Stücke für alle großen deutschen Fernsehsender im Genre Krimi und Thriller.

Tödlicher Lavendel

Schwarzer Lavendel

Gefährlicher Lavendel

 

Petra Durst-Benning

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Vor der Karriere als Schriftstellerin stand eine fundierte Ausbildung. Petra Durst-Benning besuchte das Gymnasium und absolvierte eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Wirtschaftskorrespondentin und Übersetzerin.

Ihre Laufbahn als Schriftstellerin startete Petra als Sachbuchautorin. Durch ihren Ehemann ermutigt, band sie schließlich die Zeit der Aufstände 1514 und des Bauernkrieges 1524/25, die sie persönlich sehr bewegte, in einen historischen Roman ein. Das Resultat ist "Die Silberdistel", ihr Debütroman, erschienen 1996. Es folgte eine ganze Reihe historischer Romane, bevor Petra Durst-Benning im Jahr 2015 den Sprung in die Gegenwartsliteratur wagte.

Mit ihrer "Maierhofen-Reihe" ist sie ebenfalls sehr erfolgreich.

Solang die Welt noch schläft (Die Jahrhundertwind Trilogie)

Die Champagnerkönigin

Bella Clara

Die Glasbläserin (Die Glasbläser-Saga)

Die Amerikanerin

Das gläserne Paradies

Kräuter der Provinz (Die Maierhofen-Reihe)

Das Weihnachtsdorf

Die Blütensammlerin

Antonias Wille

Das Blumenorakel

Die Liebe des Kartographen

Die russische Herzogin

Die Salzbaronin

Die Samenhändlerin

Die Silberdistel

Die Zarentochter

Die Zuckerbäckerin

 

Gabriella Engelmann

Gabriella Engelmann wurde in München geboren und verbrachte dort ihre Kindheit. Im Jugendalter zog sie mit ihrer Mutter nach Hamburg, wo sie auch heute noch wohnt. Sie ist gelernte Buchhändlerin, arbeitete als Verlagsleiterin eines Kinderbuchverlages, als Lektorin und Literaturscout. Ihr Debütroman „Die Promijägerin“ erschien am 1. Dezember 2004. Heute schreibt sie Romane, Kinder- und Jugendbücher.

Eine Villa zum Verlieben

Inselzauber

Inselsommer

Wildrosensommer

 

 

 

 

22.02.2018, Susanne Bühler
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